Nähmaschine – wichtiger Begleiter für Nähbegeisterte

Es ist kaum zu glauben, doch Nähmaschinen erleben ein wahres Comeback. Denn selbst kreierte Mode und Nachhaltigkeit sind so begehrt wie noch nie.

Galt eine Nähmaschine früher als eine Anschaffung fürs Leben, so ist es nicht verwunderlich dass die Nähmaschinen in den heutigen Haushalten oftmals älter als 10 Jahre sind. Allerdings erlebt das Nähen derzeit ein echtes Comeback unter den Modeliebhabern und kreativen Menschen. Denn online ist eine Vielzahl von Schnittmustern erhältlich und es werden zudem ausgefallene Stoffe von Designer angeboten, die Lust darauf machen, selbst etwas zu erschaffen. Die einfachen mechanischen Nähmaschinen gibt es bereits für 100 Euro.

Die Geschichte der Nähmaschine

In fast jedem Haushalt ist eine Nähmaschine zu finden. Doch die Modelle die wir heute kennen, haben nur wenig mit den ersten Nähmaschinen gemeinsam, denn die Nähmaschinen haben in den letzten Jahrzehnten eine rasante Entwicklung durchlebt. Die modernen Maschinen erinnern nur noch wenig an die, die früher per Fuß oder Hand betrieben wurden.

  • 1970 gab es die erste Nähmaschine für Schuhmacher

Früher war die Berufssparte des Schneiders wichtig und zudem hoch angesehen. Kleider wurden bis 1830 ausschließlich in Handarbeit hergestellt. Um Kleider innerhalb kürzester Zeit herstellen zu können, wurden immer wieder Ideen gesammelt und die Idee der Nähmaschine war geboren. Charles Frederick Wiesental unternahm im Jahr 1755 die ersten Versuche, eine Maschine zu entwerfen, mit der eine Naht hergestellt werden kann. Dazu nutzte er eine zweispitzige Nadel mit einem Öhr, mit der die Bewegung des Nähens per Hand nachgeahmt wurde.

Thomas Saint erfand im Jahr 1970 die erste Nähmaschine, allerdings war diese ausschließlich für Schuhmacher gedacht. Diese aus Holz gefertigte Maschine konnte einen Kettenstich durchführen. Von Balthasar Krems wurde in Deutschland eine Maschine entwickelt, bei der die Nadel in der Spitze ein Öhr aufwies und mit dieser speziellen Leder- Nähmaschine konnten pro Minute bis zu 350 Stiche ausgeführt werden.

  • 1830 wurde das erste Patent einer Nähmaschine eingetragen

Unter dem Namen Couseuse, ließ sich Bartelemy Thimonnier im Jahr 1830 die erste Nähmaschine patentieren. Mit seinem neu gegründeten Unternehmen produzierte er Nähmaschinen in Serie. Von Elias Howe wurde 1839 ein weiterer Schritt gemacht. Er beobachtete seine Frau beim Nähen und entwickelte darauf eine Maschine, die eben diese Bewegungen nachahmte. Um zu beweisen, dass seine Maschine schnell ist, trat er in einen Wettbewerb gegen Näherinnen. Pro Minute schaffte seine Maschine 300 Stiche, während von einer Näherin nur 50 Stiche erreicht wurden. Aber Howes Maschine wurde niemals in Serie hergestellt.

In nur 11 Arbeitstagen und mit 40 geliehenen US-Dollar baute Isaac Merrit Singer in der Zwischenzeit seine Singer1. Diese Nähmaschine konnte bereits für 100 US-Dollar von den Hausfrauen gekauft werden. Daraufhin ließ Howe das Patent von Singer anfechten, doch erhielt letztendlich nur eine jährliche Abfindung. Im Jahr 1858 wurden bereits über 3.000 Exemplare der Nähmaschine von Singer verkauft.

Welche Nähmaschinentypen gibt es?

Bei der Flachbett- Nähmaschine handelt es sich um die Grundform der Nähmaschinen. Doch es wurden noch weitere Bauarten für die verschiedenen Arbeitsgänge entwickelt, die sich wie folgt unterscheiden:

  • Overlock Nähmaschine
  • Coverlock Nähmaschine
  • Computer Nähmaschine
  • Kinder Nähmaschine
  • Stickmaschine
  • Quilt Maschine

Die ersten Nähmaschinen wurden noch mit einem Fußpedal mechanisch angetrieben, wofuer die Person während des Nähvorgangs immer wieder mit einem Fuß das Pedal bedienen musste. Eine weitere Alternative stellte die Handkurbel mit Übersetzung dar. Eine Umdrehung erzeugte drei Stiche bei der Nähmaschine.

Heute übernehmen Mikroprozessoren viele Funktionen der Nähmaschinen mit Elektromotor. Dazu gehört das Heben und Senken des Nähfußes ebenso wie die Steuerung des Nähfußdrucks. Auch die Stellmotoren und die Stichlänge werden von diesen Prozessoren übernommen.

Nähmuster wie Kreuzstich und Zickzackstich können über besondere Bedieneinheiten gewählt werden. Zudem verfügen die hochpreisigen Nähmaschinen über eine Schnittstelle zum PC-Anschluss oder Schnittstellen mit denen Stickmuster abgerufen werden können. Letztere werden auch als Stickmaschine bezeichnet, sofern die Nähmaschine über eine Stickfunktion verfügt.

Warum sollte eine Nähmaschine gekauft werden?

Es ist gar nicht so schwer und zeitaufwendig um selber zu schneidern oder seine eigene Kleidung zu kreieren. Dafür wird lediglich eine Nähmaschine benötigt, ein entsprechendes Schnittmuster und ein wenig handwerkliches Geschick. Wer allerdings mit seiner Nähmaschine sticken möchte, der sollte den Kauf einer Stickmaschine in Betracht ziehen.

Vor allem dann wenn man seiner Kreativität freien Lauf lassen möchte, ist der Kauf einer Nähmaschine lohnenswert. Dafür wird dann nur ein wenig Übung benötigt, vor allem im Umgang mit der Nähmaschine. So sollte man wissen, welcher Stich für welchen Zweck zu wählen ist und welche Stoffe sich für was eignen. Grundsätzlich ist es möglich, mit einer Nähmaschine Kleidungsstücke kostengünstig und schnell herzustellen und das sogar für die gesamte Familie.

All das kann auch in einem Nähkurs erlernt werden. Dabei wird nicht nur handwerkliches Grundwissen vermittelt, sondern auch der richtige Umgang mit den Schnittmustern. Im übrigen: Schnittmuster werden bereits kostenlos online zur Verfügung gestellt.

Die Ausstattung der Nähmaschine

Wichtig ist, dass je weniger Vorkenntnisse bestehen, die Gebrauchsanleitung umso ausführlicher sein sollte. Zudem ist dann auch die einfache Bedienung der Nähmaschine sehr wichtig. Ob die Stichwahl über ein Display erfolgt oder über Drehknöpfe, das ist reine Geschmackssache. Für Anfänger ist es sehr wichtig, dass die Nähmaschine auch langsam nähen kann und aus diesem Grund sollte auf einen gut erreichbaren Geschwindigkeitsregler geachtet werden.

Zudem hilft eine automatische Fadenspannung dabei, den Faden so einzuspannen, dass er sich weder auf der Unter- noch auf der Oberseite befindet und mittig liegt. Für einen guten Transport sorgt ein einstellbarer Nähfußdruck und der Transporteur sorgt für einen guten Transport der Stoffe, wobei die Verwendung von unterschiedlichen Materialien erlaubt ist.

Wer am Abend oder bei schlechten Licht näht, der sollte auf ein Nählicht achten. Von einem Fadenschneider wird dafür gesorgt, dass das umständliche Hantieren mit der Schere ein Ende hat, um das Garn durchzutrennen. Auch ein Nadeleinfädler ist praktisch und in der Regel ist der Nadelstopp wählbar, ob dieser oben oder unten erfolgt. Sollte die Nadel unten stoppen, dann ist es möglich, Runden und Ecken zu schließen, indem der Stoff mit der Nadel gedreht wird. Zudem besitzt jede Maschine auch einen Rückwärtsgang.

Das Wichtigste zur Nähmaschine im Überblick zusammengefasst:

  • Bei einer Nähmaschine handelt es sich um einen kleinen und praktischen Helfer im Alltag. Es können damit nicht nur Stoffe einfach und schnell genäht werden, sondern einige der Computer- Nähmaschinen können auch Stickprogramme ausführen.
  • In Deutschland sind die einfachen Freiarm- Nähmaschinen weit verbreitet. Wer jedoch eher Ränder nähen möchte, der sollte zu einer Overlock- Nähmaschine greifen.
  • Beim Kauf sollte bzgl. der Garantie-Gewährleistung einiger Nähmaschinen aufgepasst werden, denn einige Hersteller verlangen innerhalb der ersten vier Wochen nach dem Kauf eien Registrierung.